Samstag, 14. Dezember 2013

Jan und Krakilly von Rabenhorst

Vor einigen Monaten war ich in Rabenhorst und habe auf einem Spaziergang etwas Seltsames gehört. Dazu muss ich erklären, dass meine Bücher alle irgendwie mit dieser Stadt verbunden sind. Raben und Krähen sind interessante Vögel. Und die von Rabenhorst sind besonders pfiffig. Deshalb  blieb ich am Zaun eines Gartens stehen, in dem sich ein Junge und eine Krähe unterhielten. Man macht das nicht, aber ich lauschte trotzdem ...

Jan und Krakilly


Einer der letzten warmen Tage im Herbst. Jan hatte sich wieder in sein »Paradies« zurückgezogen und saß mit dem Notebook hinter der Laube, als eine Krähe auf seinem Tisch landete.
Die Krähe trippelte noch ein bisschen hin und her und fragte dann: »Wo sind die Färöer Inseln?«
»Zwischen Schottland und Island, so zirka zweitausend Kilometer von hier entfernt. Warum willst Du das wissen?«
»Upp ..., mich interessiert, warum ich ausgerechnet dort geboren bin und nicht in Rabenhorst.«
Das »Upp« bedeutet ja, nein oder - ich weiß nicht. Das ist eine der Macken von Krakilly  sie macht das manchmal sogar im Schlaf.
»Frag doch mal Deine Eltern.«
»Upp, die sagen nichts.«
»Na ja, eigentlich ist Wassernase daran schuld.«
»Upp, wer ist Wassernase?«
»Ein Wassertropfen, oder besser gesagt eine Schneeflocke, die hier im letzten Winter vom Himmel gefallen ist. Ich war gerade im Garten und sah, wie sie auf der Nasenspitze einer Maus landete.«
»Upp, und wo ist sie jetzt?«
»Das ist ja das Komische. Die Nasenspitze der Maus war warm, die Schneeflocke schmolz, die Maus leckte sich die Nase und der Wassertropfen war weg.«
»... ist das alles, wo ist da die Wassernase?«
In dem Moment klingelte das Handy. Jan nahm ab.
» ...ja Mama, ich komme gleich nach Hause.«
,,,
»Ich habe Besuch, ein Mädchen.«
...
»...sie ist schwarzhaarig, niedlich und hat einen losen Schnabel, hahaha.«
...
»Nein, zum Essen mitbringen ist keine so gute Idee. Sie hat die dumme Angewohnheit auf dem Tisch zu sitzen, wenn sie nicht gerade zwischen den Tellern rumrennt ...«
Jan setzte wieder sein charmantes Grinsen auf, kitzelte Krakilly und packte sein Notebook ein.
»Tut mir leid, aber ich muss nach Hause, komm mich mal wieder besuchen.«
»Upp, schade, aber wie kann Wassernase schuld an meiner Geburt sein, wenn sie gefressen wurde?«
»Such die Maus, dort unter dem Strauch, sie ist ein Freund Deiner Mama.«




Ich weiß, wer Wassernase ist und sie ist auch nicht tot ...
Sie lebt in meinem neuen Buch. Das Manuskript ist fertig und wird bald erscheinen.
Aber vorher wird Euch Krakilly noch ein bisschen unterhalten.
Bis bald,

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